Pentagon erweitert KI‑Einsatz mit Nvidia, Microsoft und AWS nach Streit mit Anthropic

Pentagon erweitert sein KI‑Portfolio
Das US‑Verteidigungsministerium teilte am Freitag mit, dass es neue Vereinbarungen mit Nvidia, Microsoft, Amazon Web Services und Reflection AI unterzeichnet habe, die es erlauben, die KI‑Technologien und -Modelle der Unternehmen in klassifizierten Netzwerken für das, was das Ministerium als „rechtmäßigen operativen Einsatz“ bezeichnete, einzusetzen.
Die Abkommen kommen zu einer wachsenden Liste von Anbietern hinzu, die mit dem Pentagon zusammenarbeiten; vor Kurzem hatte das Ministerium Vereinbarungen mit Google, SpaceX und OpenAI angekündigt. In einer Erklärung erklärte das Ministerium, die Partnerschaften dienten dazu, den Übergang zu „KI‑orientierten Streitkräften“ zu beschleunigen und die Entscheidungsüberlegenheit in allen Domänen der Kriegsführung zu verbessern.
Die neuen Verträge fallen in eine Phase, in der das Pentagon seine KI‑Lieferanten diversifizieren will, nachdem es zu einem Streit mit Anthropic über die Nutzungsbedingungen seiner Modelle gekommen war. Das Verteidigungsministerium hatte uneingeschränkten Zugriff auf Anthropics Werkzeuge gefordert, während das Unternehmen einschränkende Schutzvorkehrungen durchsetzen wollte, um zu verhindern, dass seine Technologie für inländische Massenüberwachung und autonome Waffen eingesetzt wird. Die beiden Parteien streiten nun vor Gericht, und Anthropic erwirkte im März eine einstweilige Verfügung, die den Versuch des Pentagons blockierte, das Unternehmen als „Supply‑Chain‑Risk“ zu kennzeichnen.
Klassifizierte Netzwerke und sichere Umgebungen
Laut dem Verteidigungsministerium werden die neu genehmigten KI‑Hardware und -Modelle in Umgebungen der Impact Level 6 und Impact Level 7 eingesetzt, den hochsicheren Systemen für Daten und Informationen, die für die nationale Sicherheit kritisch sind. Das Ministerium erklärte, die Werkzeuge seien dazu bestimmt, die Datenaufbereitung zu straffen, das Lageverständnis zu erhöhen und die Entscheidungsfindung der Einsatzkräfte zu unterstützen.
Das Pentagon betonte zudem sein Bestreben, eine Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter zu vermeiden. „Das Ministerium wird weiterhin eine Architektur aufbauen, die AI‑Vendor‑Lock‑In verhindert und langfristige Flexibilität für die Joint Force sichert“, hieß es in der Erklärung.
Dem Ministerium zufolge haben bereits mehr als 1,3 Millionen Personen GenAI.mil genutzt, seine sichere Unternehmensplattform für generative KI, die Zugang zu Large‑Language‑Models und anderen Werkzeugen innerhalb genehmigter Cloud‑Umgebungen der Regierung bietet. Dieses System ist hauptsächlich für unklassifizierte Arbeiten wie Recherche, Dokumentenerstellung und Datenanalyse gedacht.
Die neuen Vereinbarungen deuten darauf hin, dass das Pentagon zügig dabei ist, den Zugriff auf kommerzielle KI auch in seinen sensibelsten Netzwerken zu erweitern, während gleichzeitig weiter darüber gestritten wird, wie weit der Einsatz dieser Werkzeuge gehen darf.
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