Familie eines Opfers der Schießerei in Tumbler Ridge verklagt OpenAI

Familie verklagt OpenAI wegen ChatGPT-Interaktionen, die mit der Schießerei in Tumbler Ridge in Verbindung stehen
Die Familie eines der Opfer der Massenschießerei in Tumbler Ridge hat Klage gegen OpenAI eingereicht. Die Klage, die von der Mutter der 12-jährigen Maya Gebala, Cia Edmonds, beim B.C. Supreme Court eingereicht wurde, behauptet, das Technologieunternehmen habe die Behörden nicht über Chat-Eingaben des Schützen in Bezug auf Gewalt informiert.
Behauptungen in der Klage
Die Klage stellt mehrere zentrale Vorwürfe auf:
- OpenAI habe sein Chat-Tool, ChatGPT, so gestaltet, dass Risiken entstanden, wonach Nutzer „psychologisch und sozial abhängig“ davon werden würden.
- Das Unternehmen habe „spezifische Kenntnisse über die langfristige Planung des Schützen eines Massenanlasses“ gehabt, aber „keine Schritte unternommen, um aufgrund dieses Wissens zu handeln."
- Das Konto des Schützen sei intern geschlossen worden, doch die Strafverfolgungsbehörden in Kanada seien trotz mehrfach geäußerter Bedenken von mehreren Mitarbeitenden nicht benachrichtigt worden.
- ChatGPT habe die Rolle eines „Beraters, Pseudo-Therapeuten, vertrauten Vertrauten, Freundes und Verbündeten“ eingenommen und sei angeblich „absichtlich so gestaltet worden, psychologische Abhängigkeit zu fördern“, indem es menschenähnliche Empathie vermittelte und die Emotionen der Nutzer spiegelte.
- Der Schütze, in der Klage als Jesse Van Rootselaar identifiziert, habe sich in der Vorbereitungszeit mehrfach mit ChatGPT ausgetauscht.
- Der Schütze sei minderjährig gewesen, als er begann, ChatGPT zu nutzen, und obwohl OpenAI angibt, dass Nutzende im Alter von 13 bis 18 Jahren elterliche Zustimmung benötigen, habe das Unternehmen keine Maßnahmen zur Altersverifikation oder zur Einholung von Zustimmung ergriffen.
CBC News hat OpenAI um eine Stellungnahme gebeten. Keine der Behauptungen ist gerichtlich bewiesen.
Schäden für Opfer und Kläger
Die Klage beschreibt die erlittenen Schäden von Maya Gebala und ihrer Familie:
- Maya wurde während der Massenschießerei am 10. Februar dreimal angeschossen; bei dem Vorfall starben acht Opfer sowie der 18-jährige Täter.
- Infolgedessen habe Maya eine „katastrophale, traumatische Hirnverletzung“ mit „dauerhaften kognitiven und körperlichen Beeinträchtigungen“ erlitten, neben weiteren medizinischen Problemen.
- Mayas jüngere Schwester, die zu den Schülern gehörte, die während der Schießerei in einer Hold-and-Secure-Situation festgehalten wurden, ist als Klägerin aufgeführt und soll an posttraumatischer Belastungsstörung, Angstzuständen und Depressionen leiden.
- Cia Edmonds, Mayas Mutter und Hauptklägerin, ist ebenfalls Klägerin und soll emotionale und psychische Auswirkungen infolge des Vorfalls erleiden.
Die Kläger fordern Schadenersatz und die durch die Schießerei entstandenen Kosten. Anwälte der Familie Gebala sagen, die Klage ziele darauf ab, die Wahrheit über die Massenschießerei in Tumbler Ridge herauszufinden, Verantwortung herzustellen und „eine weitere Massenschießerei in Kanada zu verhindern.“ Die Familie hat erklärt, sie werde sich nicht weiter äußern, solange das Verfahren vor Gericht anhängig ist.
Politische und regulatorische Folgen
OpenAI sah sich politischem Gegenwind ausgesetzt, nachdem bekannt wurde, dass das Unternehmen das Konto des Schützen gesperrt hatte, aber das Konto nicht den kanadischen Behörden meldete. Laut Berichten hatten mehrere Mitarbeitende intern Bedenken geäußert.
Letzte Woche traf sich OpenAI-CEO Sam Altman virtuell mit dem Premierminister von B.C., David Eby, und dem Bürgermeister von Tumbler Ridge, Darryl Krakowka, nach einem separaten Treffen mit dem föderalen Minister für künstliche Intelligenz, Evan Solomon. Premier Eby sagte, Altman habe zugestimmt, sich bei den Menschen in Tumbler Ridge zu entschuldigen und mit der Provinzregierung an Empfehlungen für die KI-Regulierung zu arbeiten.
Solomon sagte, OpenAI habe zugesagt, enger mit den kanadischen Behörden zusammenzuarbeiten, und dass Richtlinienänderungen seit der Schießerei bedeuten, dass die Schwelle zur Benachrichtigung der Strafverfolgungsbehörden nun niedriger sei. Unterdessen wurde eine Untersuchung durch den Gerichtsmediziner angekündigt, um Faktoren zu prüfen, die zur Schießerei beigetragen haben könnten, einschließlich der Rolle von KI; ein Termin für diese Untersuchung wurde noch nicht bekanntgegeben.
Quellen:
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