OpenAI rüstet Codex mit Desktop-Steuerung auf und fordert Anthropic heraus

OpenAI erweitert die Reichweite von Codex
OpenAI treibt sein Codex-Programmierwerkzeug in ehrgeizigere Gefilde voran und fügt Desktop-Steuerungsfunktionen hinzu, die es erlauben, Apps zu öffnen, auf dem Rechner des Nutzers zu klicken und Aufgaben im Hintergrund auszuführen.
Das Update, das am Donnerstag angekündigt wurde, ist Teil einer umfassenderen Überarbeitung mit dem Ziel, Codex in alltäglichen Entwicklungs-Workflows nützlicher zu machen. OpenAI erklärte, das Tool könne nun mehrere Agenten parallel auf einem Mac ausführen, ohne die Arbeit in anderen Apps zu unterbrechen, und positioniert es damit als eine Art Programmierassistent, der Nebenaufgaben übernimmt, während sich ein Nutzer anderswo konzentriert.
Das Unternehmen sagt, das könne nützlich sein, um Frontend-Änderungen zu iterieren, Apps zu testen oder in Software zu arbeiten, die keine API bereitstellt. In der Praxis verschafft das neue Setup Codex die Fähigkeit, eher wie ein Operator als wie ein passiver Assistent zu agieren, indem es einen Cursor benutzt, um zu klicken und zu tippen, während es Aufgaben auf dem Desktop abarbeitet.
OpenAI hat außerdem einen In-App-Browser hinzugefügt, der es Nutzern ermöglicht, Befehle zu erteilen, die Codex innerhalb bestimmter Webanwendungen ausführen kann. Das Unternehmen sagt, die Funktion solle bei Frontend- und Spieleentwicklung helfen, und plant, den Browser schließlich so zu erweitern, dass Codex „den Browser vollständig über Webanwendungen auf localhost hinaus befehligen kann.“
Ein direkter Schlag gegen Anthropic
Der Schritt fällt mitten in einen schwelenden Wettbewerb zwischen OpenAI und Anthropic um KI-Tools fürs Programmieren. Anthropic’s Claude Code ist laut aktuellen Berichten für viele Unternehmen zum Favoriten geworden, und im letzten Monat führte das Unternehmen über Claude und Cowork eigene Mac- und Desktop-Steuerungsfunktionen ein.
Die jüngsten Änderungen von OpenAI deuten darauf hin, dass man dieses Terrain nicht kampflos abtreten will. Indem Codex mehr Autonomie auf dem Desktop und im Browser verliehen wird, versucht das Unternehmen, das Produkt mehr als nur einen Programmierassistenten zu machen — und näher an ein allgemeines Arbeitstool zu rücken, das in eine größere Bandbreite von Unternehmensaufgaben passt.
Vorerst scheint das Rennen darauf zu konzentrieren, welches Unternehmen KI-Programmierwerkzeuge nicht nur mächtig, sondern auch bequem genug machen kann, damit sie Teil eines täglichen Workflows werden.
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